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UNSERE FACHBEREICHE
Ophthalmologie
Die Ophthalmologie befasst sich mit der Lehre der Erkrankungen des Auges und ihrer Therapie. Im Folgenden finden Sie einen Überblick über häufig auftretende Augenerkrankungen, deren Diagnostik sowie Behandlungsmöglichkeiten in unserer Klinik.
Augendiagnostik
- Fluoreszintest: Mithilfe des Farbstoffes „Fluoreszin“ können Verletzungen der Hornhaut erkannt werden, da sich diese bei Kontakt mit dem Farbstoff gelb einfärben
- Schirmer Tränentest: Dieser dient der Messung des wässrigen Tränenfilmes. Ein Teststreifen wird an den äußeren Rand des Unterlides eingelegt, nach 60 Sekunden kann anhand einer Skala die Menge der Tränenproduktion bestimmt werden
- Spaltlampenuntersuchung: Die Spaltlampe ist ein wichtiges Instrument zur Untersuchung des vorderen Auges und dient zum einen als Mikroskop (10-16fache Vergrößerung), zum anderen ermöglicht sie einen optischen Schnitt durch die transparenten Augenanteile
- Tonometrie: Mit Hilfe der Tonometrie kann der Augeninnendruck bestimmt werden. Sowohl ein zu hoher als auch ein zu niedriger Augeninnendruck sind Anzeichen einer Erkrankung des Auges. Auch zur Therapiekontrolle wird diese Untersuchungsform eingesetzt.
- Ophthalmoskopie/Funduskopie: Die indirekte Ophthalmoskopie dient zur Untersuchung und Beurteilung des Sehnervs und der Netzhaut. Hierzu müssen vor Untersuchungsbeginn die Pupillen Ihres Tieres mit geeigneten Augentropfen weit gestellt werden.
- Ultraschall: Die Ultraschalluntersuchung am Auge dient zur Beurteilung der Strukturen im Inneren des Auges, insbesondere, wenn Trübungen, Einblutungen o.ä. den Einblick in das Auge verhindert. Diese Untersuchung kann nach Eingabe von lokal wirksamen Betäubungstropfen im Wachzustand mit einer speziellen Ultraschallsonde durchgeführt werden.
- Bildgebende Diagnostik: Röntgen / CT / MRT
Erkrankungen & Therapien
Eine Umfangsvermehrung am Lid kommt sowohl bei Hunden als auch bei Katzen vor. Je nach Lokalisation und Größe empfiehlt es sich diese chirurgisch zu entfernen und zur pathohistologischen Untersuchung einzuschicken.
Das Glaukom ist eine schmerzhafte Erhöhung des Augeninnendrucks, welche innerhalb kurzer Zeit zur Erblindung führen kann. Klinische Anzeichen können ein rotes Auge, zum Teil auch getrübtes Auge, Kneifen, vermehrter Tränenfluss und eine weite, starre Pupille sein. Eine Vergrößerung des Augapfels kann für einen bereits länger anhaltenden erhöhten Augeninnendruck sprechen.
Ursächlich kann eine Verlegung des Kammerwinkels – durch beispielsweise
Entzündungsprodukte, Tumore oder eine luxierte (vorgefallene) Linse – zu einem verminderten Abfluss des Kammerwassers führen, welcher einen erhöhten Augeninnendruck zur Folge hat. Bestimmte Hunderassen haben eine genetische Veranlagung, welche zu einem veränderten bzw. zu engen Kammerwinkel führen und somit ebenfalls der Kammerwasserabfluss vermindert ist (Winkelblockglaukom).
Ein primäres Offenwinkelglaukom, wie es in der Humanmedizin häufig vorkommt, tritt selten beim Hund auf.
Therapeutisch sollte die Ursache der Erkrankung behandelt und zusätzlich mittels Medikamenten versucht werden den Augeninnendruck zu senken.
Unter einer Katarakt versteht man eine Trübung der Linse. Sie wird in verschiedene Stadien eingeteilt und kann je nach Ausmaß zum kompletten Visusverlust des betroffenen Auges führen.
In den meisten Fällen ist eine Katarakt vor allem beim Hund erblich bedingt, des Weiteren können metabolische Erkrankungen wie beispielsweise Diabetes mellitus, Toxine (Giftstoffe), Verletzungen oder Entzündungen ursächlich dafür sein.
Sollte ein chirurgischer Eingriff in Form einer Katarakt-OP (sog. Phakoemulsifikation) notwendig sein, würden wir Ihr Tier und Sie an einen Kollegen überweisen, welcher auf solche Eingriffe spezialisiert ist und eng mit uns zusammen arbeitet.
Nicht zu verwechseln ist diese Erkrankung mit einer physiologisch bei älteren Tieren vorkommenden Linsentrübung durch eine Zunahme der Linsenfasern im Kern der Linse (sog. Nukleosklerose).
Die Uveitis beschreibt eine Entzündung des „inneren“ Auges, welche sowohl die Iris (Regenbogenhaut), den Corpus ciliare (Ziliarkörper)und die Choroidea (Aderhaut) betreffen kann. Je nach Lage der Entzündung spricht man von einer Uveitis anterior (vorderer Augenabschnitt) oder posterior (hinterer Augenabschnitt).
Die Uveitis kann durch viele verschiedene Erkrankungen wie beispielsweise Infektionskrankheiten (bei Katzen z.B. FIP, FeLV, FIV, Toxoplasmose und bei Hunden Staupe, Parvovirose, Leishmania, Leptospira), Neoplasien (Tumore), ein Trauma oder autoimmune Erkrankungen ausgelöst werden. Es ist auch möglich, dass keine Ursache für die Entzündung gefunden wird (idiopathisch).
Die klinischen Symptome können variabel sein: ein gerötetes Auge, Trübungen, Kneifen, vermehrter Tränenfluss oder eine enge Pupille (Miose).
Je nach Befund wird primär die Ursache der Uveitis therapiert. Zusätzlich wird das betroffene Auge mit entzündungshemmenden Medikamenten therapiert und die Pupillen weit gestellt, um Verklebungen zu verhindern.
Bei einer Linsenluxation kommt es zur Loslösung der Linse aus ihrem „Aufhängeapparat“ und anschließend zum Vorfall in die vordere oder hintere Augenkammer. Ein Vorfall in die vordere Augenkammer stellt vor allem beim Hund einen Notfall dar, welcher zeitnah therapiert werden sollte. Der daraus resultierend erhöhte Augeninnendruck kann zur dauerhaften Schädigung des Auges führen. Prinzipiell kann zwischen einer primären Linsenluxation, welche erblich bedingt ist und einer sekundären Linsenluxation (bedingt durch Entzündungen, erhöhter Augeninnendruck oder durch ein Trauma) unterschieden werden.
Die Hornhaut (Cornea) bildet gemeinsam mit der Lederhaut (Sklera) die Hülle des Auges. Sichtbar ist diese im gesunden Zustand als durchsichtige, vorderste Schicht des Augapfels. Durch ein Trauma, mechanische Reize oder eine unzureichende Versorgung (z.B. ein zu geringer oder falsch zusammengesetzter Tränenfilm) kann sie geschädigt werden. Je nach Ausmaß des Defektes kann dies zu einer oberflächlichen Hornhauterosion (sehr oberflächlicher Gewebsverlust), einem stromalen Ulcus (mittlerer Gewebsverlust) oder im schlimmsten Fall zu einer Descemetocele (fast vollständiger Gewebsverlust mit der Gefahr einer Perforation) führen.
Ein spezielles Erkrankungsbild, welches gerne beim Boxer (jedoch auch bei anderen Rassen oder Mischlingen) auftritt ist der sogenannte indolente Ulcus (SCCED – spontaneous chronic corneal epithelial defect = spontaner, chronischer epithelialer Hornhautdefekt, „Boxer Ulcus“). Hierbei handelt es sich um eine chronische oberflächliche Hornerosion, die durch einen Defekt im Wundheilungsprozess sehr langsam oder sogar überhaupt nicht abheilt.
Oberflächliche Defekte heilen in der Regel innerhalb weniger Tage mit einer lokalen Therapie ab. In komplizierteren Fällen kann jedoch der Einsatz von systemischen Medikamenten oder sogar ein chirurgischer Eingriff zur Therapie notwendig sein.
Die Nickhaut, auch als drittes Augenlid bezeichnet, liegt im inneren Augenwinkel und ist durch einen T-förmigen Knorpel gestützt. Sie dient dem zusätzlichen Schutz des Auges und übernimmt einen Teil der Tränenproduktion.
Durch ein Zusammenspiel aus einer Bindegewebsschwäche, verschiedenen Reizen (Entzündung, Allergie, etc.) und in manchen Fällen einem zusätzlich fehlgebildeten Nickhautknorpel kann es zu einem Vorfall der Nickhautdrüse kommen. Auch eine erbliche Komponente (Veranlagung) wird vermutet.
Als Folge kann dies zu einer Entzündung und Austrocknung des Auges führen.
Ein Nickhautdrüsenvorfall stellt keinen Notfall dar, sollte jedoch nach entsprechender Diagnosestellung chirurgisch versorgt werden.